Herzensorte

Es gibt so viele wunderschöne Fleckchen auf dieser Erde. Und ich glaube, für jeden von uns sind Orte darunter, zu denen wir eine ganz besondere Verbindung spüren. Orte, an denen sich ein Gefühl von Zuhause einstellt, auch wenn wir eigentlich ganz woanders wohnen. An denen wir ruhig und gelassen werden, ganz ohne zu meditieren oder Yoga zu machen. Oder an denen uns ein Glücksgefühl überfällt, von dem wir nicht genau sagen können, wann wir es daheim das letzte Mal hatten.

Für jeden von uns sieht dieser Ort anders aus. Für den einen ist er nicht weit weg. Vielleicht nur eine dreistündige Autofahrt entfernt bis an die Nord- oder Ostsee. Für die andere liegt er möglicherweise zehn und zwanzig Flugstunden entfernt auf einem anderen Kontinent. Manchmal verlieben wir uns ganz schnell in diesen Ort und manchmal wächst die Liebe allmählich.

Einer meiner Herzensorte befindet sich in Portugal. Sieben Mal war ich inzwischen dort und fühle mich jedes Mal noch ein Stücken mehr mit Estoril – einem Ort im Westen von Lissabon – verbunden. Am allergrößten ist die Herzensverbindung am Strand von Tamariz. Dort angekommen brauche ich nur ein paar Minuten dabei zuzuschauen, wie die Wellen des Atlantiks den Strand entlang tanzen, dann passiert genau das: Ich habe das Gefühl, ich bin zuhause. Ich fühle mich in einem Ausmaß gelassen und entspannt, wie es daheim nur nach einer Stunde Yoga und Meditieren hinbekomme. Ein riesiges Glücksgefühl breitet sich in mir aus, ohne dass es irgendeinen speziellen Grund dafür bräuchte. Meine Intuition kann ich klar und deutlich hören, wie ich im Grunde meines Herzens leben will, sehe ich kristallklar vor mir und was mir am wichtigsten ist, weiß ich auch ganz genau.     

Reisen, vor allem an die Orte, zu denen wir diese besondere Verbindung spüren, rückt vieles ins rechte Licht und öffnet unser Herz für das Wesentliche. Sich dafür Zeit zu nehmen, lohnt sich immer.

Und manchmal passiert dabei sogar etwas ganz Tolles, und es gelingt uns, ein Stück dieser Herzensverbindung mit nach Hause zu nehmen. Wir erinnern uns an die Verbundenheit, die Gelassenheit, das Glücksgefühl; daran, wie wir auf unsere Intuition hören können und daran, was uns wirklich wichtig ist, auch wenn wir uns wieder woanders befinden.

Dann ist Reisen nicht nur Urlaub oder Auszeit vom „wirklichen“ Leben. Dann wird Reisen zu einem essenziellen Teil des Lebens. Ein wichtiger und wesentlicher Teil, der uns nie verloren gehen sollte.

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Die eigenen Gedanken

Seit dem Studium habe ich kaum mehr an Immanuel Kant gedacht. In letzter Zeit geht er mir allerdings häufiger durch den Kopf mit seinem Satz „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“.

Wie steht es um unsere eigenen Gedanken, unseren eigenen Verstand in dieser ganz speziellen Zeit, von der später in den Geschichtsbüchern zu lesen sein wird?  

Auch in diesem besonderen Jahr 2020 war ich auf Reisen. Ich habe gesehen, wie Deutschland mit der Pandemie umgeht – und wie Portugal es tut. Das Leben war in diesen beiden Ländern schon immer unterschiedlich, und ist es besonders jetzt, wo in Portugal kontinuierliche, durchhaltbare Corona-Regeln gelten, die die Pandemie eindämmen und trotzdem ein normales Leben ermöglichen – während in Deutschland das normale Leben immer wieder völlig unterbunden wird.

Doch davon abgesehen gibt es einen Unterschied, der besonders ins Auge sticht: In Portugal entscheiden die Menschen so weit wie möglich selbst, was im Umgang mit dieser Pandemie für sie sinnvoll ist. An Orten, an denen keine Maskenpflicht besteht, trifft man dennoch auf Menschen, die eine Maske tragen. Sie empfinden das – zum Beispiel aufgrund ihres Alters – als sinnvoll, auch ohne, dass ein Staat es ihnen vorschreibt. Läden und Restaurants in Portugal sind offen – und jeder wägt selbst ab, ob er in diesen Zeiten essen gehen möchte oder lieber nicht. Zu Weihnachten gibt es in Cascais keinen Weihnachtsmarkt – aber ein Riesenrad, in dem jeder einzeln sitzen und den Ausblick über die Stadt genießen kann.

In dem Maß, in dem möglichst viele Menschen eigenständig denken, werden aufgezwungene Regeln für alle immer unnötiger. Genauso wie aufgezwungene Regeln für alle immer notwendiger werden, je weniger Menschen sich ihre eigenen Gedanken machen.

Wenn ich in diesem Monat einen Wunsch frei hätte, dann wäre es, dass wieder mehr Menschen – wie Kant es formulierte – den Mut haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen. Denn die Regeln, die aus der Verzweiflung heraus, irgendwie der Lage Herr zu werden, für alle gemacht werden, können niemals für alle passend sein. Je nachdem, in welcher Situation ich mich befinde, sind vollkommen unterschiedliche Dinge sinnvoll.

Wenn meine favorisierte Art zu reisen der Pauschalurlaub in der dicht gedrängten Hotelanlage mit Animationsprogramm ist, dann war das letzte Jahr tatsächlich nicht die richtige Zeit, um wegzufahren. Wenn ich an meinem Reiseziel eine Ferienwohnung beziehe und in einem warmen Land die meiste Zeit draußen am Meer verbringe, dann gab es auch 2020 wenig Gründe, zuhause zu bleiben. Wenn ich als Krankenschwester im Krankenhaus arbeite, stellen sich vollkommen andere Fragen, als wenn mein Bürojob ins Homeoffice verlegt wird. Ob ich auf meine Freizeitbeschäftigungen verzichten sollte, hängt davon ab, ob ich am liebsten mit Freunden durch den Wald jogge oder lieber bei einem Glas Wein zu fünft auf der Couch vor dem Fernseher sitze.   

Dieses Differenzierungsvermögen können allerdings niemals pauschale Regeln für alle leisten, sondern nur jeder einzelne Mensch, der sich auch in diesen Zeiten seine eigenen Gedanken macht.

Die richtigen Fragen

In diesem Jahr hat sich vieles verändert. Einiges ist auf den Kopf gestellt. Und manches steht in Frage.

Während ich mir anschaue, was gerade auf der Welt passiert, geht mir durch den Kopf, welche Fragen wir uns jetzt stellen.

Es gibt Fragen, die ziehen uns zielsicher in die Richtung, in die wir eigentlich gar nicht wollen. Sie treiben den Puls in die Höhe, machen uns traurig und lassen alles hoffnungslos erscheinen. Wie furchtbar wird Weihnachten mit Kontaktbeschränkungen? Wie gestresst werde ich sein, bis ich wieder in den Urlaub fahren kann? Wie trostlos ist es, seine Freunde nicht mehr zu umarmen? Wie kriege ich das Wochenende rum, wenn ich nirgendwohin darf?

Keine dieser Fragen wird dazu beitragen, dass ich mich besser fühle. Im Gegenteil.

Doch was passiert, wenn wir uns die „richtigen“ Fragen stellen? Die, bei denen Hoffnung aufkommt? Die, die Kreativität in Gang setzen? Die, die mir das Gefühl geben, dass immer noch vieles in meiner Hand liegt?

Auf welche Weise und mit wem möchte ich eigentlich wirklich Weihnachten feiern? Vielleicht war der Gänsebraten mit Oma, Opa, Eltern, Geschwistern, Tanten, Onkeln, Nichten, Neffen und Cousinen ja noch nie das, was mich richtig glücklich gemacht hat. Und falls doch, wo ist die Kreativität, um auch dieses Jahr Wege zu finden, das Zusammensein möglich zu machen?

Was kann ich eigentlich tun, um auch zuhause ein Stück weit das Gefühl zu erleben, das mich auf Reisen begleitet? Wäre es nicht schön, endlich Möglichkeiten zu finden, um nicht nur im Urlaub zufrieden zu sein?

Wer sind die Menschen, die mir wirklich nahe stehen und die ich gerne regelmäßig in den Arm nehmen möchte? Was sind die Dinge, mit denen ich tatsächlich meine Zeit verbringen möchte?

Diese Fragen sind nicht hoffnungslos. Diese Fragen ziehen uns in eine Richtung, in der wir wieder offen werden anstatt zu verkrampfen, in der die Kreativität fließen kann und in der Antworten entstehen können, die uns weiterhelfen.  

Und während ich das schreibe, träume ich davon, dass Menschen entdecken, wer ihnen wirklich wichtig ist und mit wem sie dringend mehr Zeit verbringen wollen. Ich stelle mir vor, wie wir uns auf das Abenteuer „Urlaubsgefühl“ begeben und unsere persönlichen Oasen finden: beim Spaziergang im Wald, wenn wir die Musik ganz laut aufdrehen und mitsingen, beim Yoga oder Meditieren, beim Tanzen, beim Smartphone-Ausschalten, beim Lange-Aufbleiben-und-in-die-Sterne-Schauen, beim schönsten Date aller Zeiten, bei der tollsten Familien-Aktion, die wir uns je überlegt haben… Oder auch, wenn wir auf eine Art und Weise verreisen, bei der wir die einzigartige Luft am Meer genießen und unseren Urlaub sinnvoll gestalten.     

Genauso wie unser Gestaltungsspielraum grundsätzlich größer wird, wenn wir uns für uns selbst – unser Glück, unser Wohlbefinden, unsere Verfassung – verantwortlich fühlen.

„Was macht für mich Sinn?“ ist eine Frage, die unser Leben immer bereichern wird.

Wenn wir jetzt anfangen, sie uns zu stellen, dann können auch in einer Welt, die Kopf steht, neue Möglichkeiten entstehen.

Unser Strahlen

Jeder Mensch hat diese eine Sache: sein eigenes Strahlen. Die Eigenschaft, der Wesenszug oder die Essenz, die ihn so unverwechselbar macht. Das, was anderen an uns auffällt (wenn wir es leuchten lassen) und das fehlt, wenn wir nicht da sind.

Bei dem einen ist es die unvergleichliche Wärme, die er ausstrahlt. Bei der anderen ist es die Klarheit, mit der sie die Welt sieht. Es ist die unbändige Kreativität, der mitreißende Humor oder die wohltuende Besonnenheit.

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Echte Sicherheit

Was gibt uns Sicherheit? Wie sieht ein Gefühl von Sicherheit aus in der Welt, in der wir leben? Diese Frage stellt sich auch ohne eine weltweite Epidemie hin und wieder. Mit einer weltweiten Epidemie steht sie vielleicht noch etwas lauter im Raum.

Vieles auf dieser Welt ist wunderschön. Sich zu verlieben zum Beispiel. Oder ferne Länder zu entdecken. Zeit mit seinen Freunden zu verbringen. Oder sein Geld in seinem Traumjob zu verdienen.

Noch bis vor Kurzem hätte niemand gedacht, dass diese Dinge grundsätzlich in Frage stehen könnten. Weiterlesen „Echte Sicherheit“